Mit den Augen einer Frau
Insgesamt gut, leicht bestupst, gelesen
"..vom Schloß her blies der Frühlingswind, ungleichmäßig und launisch, und es hörte sich lustig an, wie der Klang des Glockengeläuts einmal gleich einer Wellenlinie abebbte, dann wieder auf den Schwingen des Windes anschwoll, so daß man glauben konnte, die Kapelle, von der das Geläute herkam, stünde nicht an einem Fleck, sondern rückte bald in die Nähe, bald in die Ferne.Mitten im Dickicht hockte Magdalena. Hier war ihr geheimes Versteck. Aus der Rumpelkammer des Bodens hatte sie eine Decke geholt und heimlich hierhergebracht, wo zwischen den Sträuchern ein kleiner freier Platz war. Auch wenn sie nichts zu verbergen hatte und nur träumen wollte, flüchtete sie hierher. Der Geschmack der Sünde lag darin, wenn sie in diesem von Blumenduft durchtränkten Versteck ihren von niemand gekannten Schwärmereien ein Stelldichein gab .... Dreimal wollte ich jemandem ganz angehören, restlos in ihm aufgehen. Dem ersten konnte ich nur die Tochter sein, dem zweiten die Schwester, dem dritten die Mutter. Im wahrsten Sinne des Wortes Frau sein, wie ich es wollte, konnte ich keinem der drei..." Ist dies das Fazit des Lebens einer wahrhaft großen Frau, das sie nach einem halben Jahrhundert Leben ziehen muss? In ländlicher Einsamkeit wächst Magdalena von Hubay heran. Eine puritanische Mutter erzieht sie, ein gütiger Vater liebt sie. Und hier trifft sie wie ein Blitzschlag ihre erste große Liebe. Aber der Mann, den sie vergöttert, ist die große Liebe dieses reinen Kindes nicht wert: er ist ein Schürzenjäger, Spieler und Trunkenbold. Als sie dies erkennen muss, schießt sie sich mit der Pistole ihres Vaters in die Brust. Nach langer Zeit der Genesung heiratet sie - ohne Liebe... Ihr Mann stirbt im ersten Weltkrieg den Tod des Soldaten. Sie bleibt als junge Witwe mit zwei Kindern zurück. Fremd ist ihr die Liebe, aber sie sehnt sich nach dem großen Geheimnis, nach der Erfüllung ihres Weibseins... Bis ein Mann ihren Weg kreuzt... und sie schließlich betrügt und belügt. Noch einmal als reife Frau, ist ihr ein großes Liebeserlebnis beschert. Doch als ihr Haar weiß ist, ist sie wieder allein... Aber gibt es etwas Menschlicheres, etwas Edleres, als allein zu sein? Reich und vielgestaltig war ihr Leben. Viel hat sie gegeben: Reichtum und Not, Liebe und Hass, Glück und bitteres Leid - und vor allem: die Kunst. Und ihr viel geprüftes Herz sagt: "Ich dachte dir, mein lieber Gott, dass du mich geschaffen hast..."Auszüge aus dem Buch Mit den Augen einer Frau dreimal verliebt sich Magdalena und reift zu einer Frau heran ein Liebesroman von Zsolt von Harsányi Mit den Augen einer Frau Liebesroman, Zsolt von Harsányi, liebe, leidenschaft, trukenbold, probleme, selbstmord, verzweiflung, einsamkeit, tod des ehemanns, philosophie, lebenssinn, reife, leid, not, betrug, glück, schürzenjäger, ausnutzen, witwe,kinder



