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So sparst du 2000L Wasser an einem einzigen Tag

25.11.2016

Glaubst du nicht? In diesem Artikel erfährst du, wie Wasser und Abfallvermeidung zusammen hängen und wie du deinen persönlichen Wasserverbrauch senken kannst.

Heute geht es um deinen persönlichen Wasserfußabdruck

Natürlich hast du irgendwie recht, wenn du meinst, dass du kaum weniger Wasser als jetzt verbrauchen kannst.  Irgendwie aber auch nicht, denn dein persönlicher „Wasserfußabdruck“ ist viel größer als du vor Augen hast. Unter dem Begriff Wasserfußabdruck erfasst Arjen Hoekstra, Professor  an der niederländischen Universität Twente, wie viel Wasser du insgesamt verbrauchst. „Insgesamt“ bedeutet nicht nur direkt aus der Leitung, sondern auch indirekt oder virtuell, weil Wasser verbraucht wird wenn all das hergestellt wird, was du so kaufst. 

Dieser virtuelle Verbrauch ist deshalb so wichtig, weil du für dich sichtbar durchschnittlich 121 Liter Wasser im Jahr verbrauchst, aber für dein T-Shirt aus Baumwolle etwa 2400 Liter verbraucht werden. 

Daran denkst du wahrscheinlich genau sowenig, wie ich, bevor ich zufällig im Netz einen Artikel fand. Denn unglücklicherweise ist dieses virtuelle Wasser für uns als Verbraucher erst einmal unsichtbar. Aber wenn wir uns informieren, dann haben wir die Möglichkeit unseren Verbrauch zu steuern.

Professor Hoekstra und sein Team haben für viele Produkte erfasst, welche Herstellungsschritte notwendig sind, dann den Wasserverbrauch und die Wasserverschmutzung für die einzelnen Schritte zu analysiert und das ganze für uns aufgeschrieben.

Ein wichtiger Faktor ist dabei, in welchem Land das Wasser verbraucht wird. Denn es ist bisher nicht möglich, das bei uns eingesparte Wasser nach Afrika zu schicken, um dort unseren Verbrauch auszugleichen.

Und genau da liegt das große Problem, denn viele von uns genutzten Produkte werden in Ländern erzeugt, in denen es ohnehin wenig Wasser gibt. Und wir tragen durch unsere Einkäufe dazu bei, dass es immer weniger Wasser wird.

Regional, Saisonal, absolut nicht egal

Bei Lebensmitteln können wir dies sehr einfach steuern, indem wir beim Einkauf auf die Herkunftsländer achten. Nimm zum Beispiel Tomaten, die gibt es direkt aus deiner Umgebung, aus den Niederlanden oder aber aus Spanien zu kaufen. Na, wo ist der Wasserverbrauch wohl das kleinste Problem?

Daraus folgt dann allerdings, dass wir stärker darauf achten müssen, welches Obst und Gemüse gerade Saison hat, denn im Winter wachsen bei uns die Tomaten einfach so schlecht. Aber dafür gibt es jetzt im Winter leckere Kohlsorten, die mit einem schönen Stück Ente doch auch super zur Jahreszeit passen.

Hmm ja, Ente..also Fleisch, ganz besonders Rindfleisch ist auch so einer der heimlichen Wasserverbraucher. Etwas mehr vegetarisch oder zumindest kleinere Fleischportionen, damit sparst du auch ganz viel Wasser ein - und bevor du hier etwas falsches denkst, ich esse echt gerne Fleisch, es versucht dich gerade kein Vegetarier zu konvertieren ;)

Wie du siehst ist das Thema so vielschichtig, dass es kaum in diesen Artikel passt, aber der bayrische Rundfunk hat das Thema in diesem halbstündigen Film echt gut zusammengefasst. Schau den doch bei Gelegenheit einfach mal an.

Wasser wegwerfen – das macht niemand?

Doch, wir alle, immer dann, wenn wir ein Produkt wegwerfen, denn indirekt werfen wir das Wasser weg, dass bei der Herstellung verbraucht wurde. 

Zum Beispiel kannst du beim Umgang mit deiner Kleidung unglaubliche Mengen Wasser sparen, wenn du dir eine einfache Rechnung vor Augen hälst. Wie zuvor geschrieben geht ein Baumwoll T-Shirt mit rund 2400 Litern in deine Wasserbilanz ein. Diese Zahl teilen wir jetzt einmal durch die Anzahl der Nutzung, sprich, wie oft das T-Shirt getragen wird:

X mal anziehen Wasserverbrauch pro Nutzung
1 2400 Liter
5 480 Liter
10 240 Liter
25 96 Liter
50 48 Liter
100 24 Liter

Eigentlich ganz einfach, oder? Je öfter das T-Shirt getragen wird, umso besser ist das Verhältnis aus Wasserverbrauch und Nutzung und weil du zur Zeit immer nur eine bestimmte Anzahl an Kleidung anziehst, wirkt sich das positiv auf deinen persönlichen Wasserfußabdruck aus. 

Steuern kannst du die Zahl der Nutzungen über drei Faktoren:

1. Achte beim Einkauf auf Qualität und weniger auf den Preis

Ob Billigware oder teures Markenprodukt, schau genau hin und lass dich nicht blenden. Je besser die Verarbeitung, je haltbarer der Stoff, umso länger hast du Freude dran und kannst es tragen. Meist merkt man das aber schon beim Anfassen.

2. Kaufe mehr zeitlose Stücke

Die neuste Mode lässt uns immer wieder neue Sachen kaufen, aber es gibt parallel viele Schnittformen und Muster, die zeitlos sind und deshalb immer getragen werden. Du kannst steuern, wie viel von deinem Kleiderschrank der letzte Schrei (und morgen nicht mehr tragbar, wenn du wert darauf legst) und wie viel „immer wieder schick“ ist.

Finde einen gesunden Mix und schau, wie du mit kleinen Veränderungen auch aus der gestrigen Mode wieder ein Teil machen kannst, dass du auch heute noch tragen magst. 

3. Gib es weiter, wenn du es nicht mehr magst

Ob auf unserer Tauschbörse, dem Flohmarkt um die Ecke oder einem Kleinanzeigenmarkt, jedes Stück dass nicht im hintersten Winkel deines Kleiderschranks verstaubt sondern von jemandem getragen wird, wirkt sich positiv auf den Wasserverbrauch aus. Also los, schau mal, was du endlich abgeben kannst – die Umwelt dankt es dir.

Und im übrigen gilt natürlich wie immer, achte auf die Inhaltstoffe

Eigentlich der wichtigste Punkt und trotzdem erst jetzt genannt, weil er aktuell noch schwer umzusetzen geht. Es gibt zum Beispiel Siegel, die Bio-Baumwolle kennzeichnen, die einen geringeren Wasserverbrauch hat als herkömmliche. Aber es ist ist immer noch mühsam die „guten“ von den „schlechten“ Stoffen zu unterscheiden, deshalb finde ich, dass du viel bessere Möglichkeiten hast über die und deshalb finde ich es einfacher, den eigenen Wasserverbrauch über die Nutzung der Gegenstände zu verbessern.

Mach mit durch Abfallvermeidung

Du siehst also, da gibt es noch sehr viel Wasser, mit dem du sparsamer umgehen kannst. Und letztlich geht es dabei auch wieder darum, Abfälle wann immer möglich zu vermeiden, denn in jedem Stückchen Abfall versteckt sich eine unsichtbare Menge Wasser.

Neugierig auf Mehr?
Auf den Seiten vom „water footprint network“ kannst du deinen persönlichen Wasserfußabdruck berechnen. Außerdem findest du dort, leider nur in englischer Sprache, viele weitere Hintergrundinformationen.

Liste der Artikelserie "Neun Tage der Abfallvermeidung"

Warum ist Abfallvermeidung wichtig?

Geld sparen bei der Abfallvermeidung

5 Maßnahmen zur Abfallvermeidung

Verpackungsabfälle beim Einkauf vermeiden

5 Tipps um Tipps um Abfall in der Küche zu vermeiden

Upcycling - 7 Ideen für deine Wohnung

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